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Verein für deutsch-französische Studienbeziehungen
  Suchen Potsdam * Les 10 règles d'Or * 4. Gutachtenstil
4. Gutachtenstil erlernen, Fälle lösen und zu den Arbeitsgemeinschaften gehen

"Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung ungemein." Diesen Spruch werdet ihr öfter hören, aber er hat tatsächlich seine Richtigkeit. Vor allem lässt sich daraus ableiten, dass man das Gesetz und insbesondere seine Systematik kennen sollte.

Schon in der ersten BGB-Klausur wird von euch die Beherrschung des Gutachtenstils verlangt. Ihr solltet euch also bereits früh an ihn gewöhnen und so viele Fälle wie möglich lösen, denn durch Fehler hierbei könnt ihr viele Punkte verlieren. Später wird es darum gehen, das formale Gerüst mit mehr und mehr juristischen Problemen zu füllen. Nutzt also die Zeit, in der ihr noch an weniger juristische Spitzfindigkeiten denken müsst.

Beim Erlernen des Gutachtenstils helfen euch Falllösungsbücher, spezielle Skripte und die sehr empfehlenswerten Übungsklausuren in den Ausbildungszeitschriften (z.B. JuS, Jura, JZ), die ihr in der Bibliothek findet.

Manche Professoren und Dozenten bieten Übungsfälle oder Probeklausuren an, deren Lösungen sie korrigieren. Es ist empfehlenswert, dieses Angebot anzunehmen. Eine solche Überprüfung kann euch nur weiterhelfen. Ein schlechtes Ergebnis wird euch helfen, Fehler in Klausuren zu vermeiden und eure Fertigkeiten zu verbessern.

Auch die Arbeitsgemeinschaften sollen (unter anderem) diesen Zweck erfüllen. Hier gilt jedoch das Gleiche wie beim Lernen: Nicht jedes Konzept liegt jedem Lerntyp. Die Lehrstühle haben (manchmal übergreifend) Konzepte entwickelt; einige konzentrieren sich auf große Fälle, andere auf viele kleine, wieder andere auf Streitigkeiten und juristisches Problemverständnis. Die AGs erfordern auch unterschiedliche Vor- und Nachbereitung. Ihr werdet zwar bei eurer Einschreibung die Konzepte noch nicht kennen, es kann euch aber niemand zwingen, auch in dieser Arbeitsgemeinschaft zu bleiben.

Merkt ihr, dass euch das Konzept nicht liegt, dann fragt herum, ob jemand seine AG empfehlen kann und schaut euch diese mal an. Ihr könnt euren neuen AG-Leiter bitten, euch die Termine in der anderen AG anzuerkennen. Das dürfte kein Problem sein. Ein solcher Wechsel lohnt sich übrigens durchaus auch noch nach der Hälfte des Semesters.

Zu empfehlen ist auf jeden Fall, nicht die AG zu wählen, die am wenigsten Arbeit macht, sondern am besten eine, die euch den Gutachtenstil nahe bringt, am besten eine solche, in der ihr die Fälle vorher bekommt und selbst vorbereiten müsst. Ihr werdet die Zusatzarbeit, die ihr dafür machen musstet, später sehr zu schätzen wissen. Auch die Probeklausuren, die meist zu Hause angefertigt werden, solltet ihr unbedingt mitschreiben, denn sie werden der einzige Test sein, der einigermaßen den Anforderungen in den Klausuren entspricht.