registrieren
anmelden
Verein für deutsch-französische Studienbeziehungen
  Suchen Potsdam * Les 10 règles d'Or * 3. Bücher
3. Achtung Bücherkauf!

Wer schon einmal in eine juristische Fachbuchhandlung gegangen ist, hat gesehen, dass die meisten Bücher erst ab 15-20 € erhältlich sind. Wer der Empfehlung folgt, dass man sich pro Vorlesung (mindestens) ein Lehrbuch anschaffen sollte, wird schnell eine anschauliche Summe über den Tresen gereicht haben. Umso wichtiger ist es, tatsächlich dann auch das richtige Buch erworben zu haben, was bei der Auswahl nicht unbedingt das leichteste Unterfangen darstellt.

Viele Professoren werden euch Empfehlungen geben, aber dennoch solltet ihr dieses Buch dann nicht gleich blind kaufen. Wichtig ist, dass ihr mit dem Stil des Buches zurechtkommt und dessen Inhalt auch versteht. Dabei darf man sich auf keinen Fall selbst etwas vorgaukelt. Man muss nicht gleich zu Beginn alles verstehen wollen, muss man sich doch gerade an den Stil erst einmal gewöhnen.

Wer sich gleich zum Beginn des ersten Semesters im Bürgerlichen Recht stolz "den Medicus" kauft, hat vermutlich nicht viel davon - und wenn er dann nach mehreren Semestern verständlich wird, dann ist er bestimmt nicht mehr aktuell. Es ist also zu empfehlen, erst einmal einige Wochen mit dem Bücherkauf zu warten: In der Lehrbuchsammlung der Bibliothek findet ihr Bücher, die ihr (auch wenn es nicht die allerneueste Auflage sein sollte) erst einmal ausleihen und ausprobieren könnt. Leute mit weniger Geld oder ohne Bedürfnis, in Büchern herumzumalen, können mit ausgeliehenen Büchern auch ganz über die Runden kommen.

Insgesamt wird meist geraten, dass ein Lehrbuch vollständig durchgearbeitet werden sollte. Das ist in den Hauptfächern auch tatsächlich ratsam. Dies wird euch genug in Anspruch nehmen, sodass es in den meisten Fällen nicht sinnvoll sein wird, sich gleich mehrere Bücher zu kaufen. Wenn ihr merkt, dass das von euch gewählte Buch eine bestimmte Thematik nicht ausreichend erläutert, dann leiht euch zur Ergänzung andere Bücher oder Skripte aus der Bibliothek oder von Kommilitonen aus.

Nicht empfehlenswert ist es jedoch, (zumindest in den Hauptfächern) nur mit Skripten zu lernen. Gleiches gilt für Bücher, die euch erzählen wollen, dass mit ihnen das Jurastudium ein Kinderspiel würde. Solche Bücher neigen zu Vereinfachungen, zu Verkürzungen und Ungenauigkeit, regen euch oft wenig zum Denken an. Generelle Skepsis ist angesagt: Jura ist nicht leicht! - gleichgültig, wie toll die betreffenden Bücher auch sein mögen. Im Studium ist es gerade wichtig, Argumentationen zu verstehen, um später unbekannte Probleme lösen zu können. Zur Ergänzung können solche Bücher aber sehr nützlich sein. Auch dabei gilt aber: Buch ist nicht gleich Buch. Auch hier kann es Präferenzen geben, also: erst anlesen oder ausleihen, dann kaufen!

Dabei sei aber auch angemerkt: Aktualität ist im Jurastudium sehr wichtig. Wer also gebrauchte Bücher kauft oder von Freunden oder Geschwistern übernimmt, sollte immer darauf achten, dass diese noch brauchbar sind (das hängt natürlich von der Thematik ab; Faustregel: BGB ' nicht vor 2002; StGB ' nicht vor 1998).